Wasserfloh himiskopisch* fotografiert

11. Oktober 2006, 23:01

Die Möglichkeiten einer Digitalkamera, von kleinsten Lebewesen alle Details zu erfassen, sind begrenzt: Qualität des Objektives, Auflösung des Chips. Als Bildausschnitt sind Objekte ab 0,8 mm einigermaßen brauchbar fotografierbar, wenn man auf eine Vorsatzlinse verzichtet.

Das Beispiel zeigt einen Wasserfloh, fotografiert eingeschlossen in Wasser zwischen Hohlschliff-Objektträger und Deckglas (Himmels-Mikroskopie).

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Was krebst denn da im Aquarium?

18. August 2006, 23:38

Was krebst denn da im Pflanzenbecken, dachte ich mir gestern so beiläufig. Hüpferlinge – Cyclops! Also einen feinmaschigen Käscher geholt und mit einigen Zügen einige Exemplare herausgefischt.
Wie meistens liegt man ohne Lupe oder Mikroskop völlig daneben, denn es handelte sich um Muschelkrebse, die auf der Suche nach Nahrung – Algen und Detritus – in großer Zahl zwischen den Wasserpflanzen im fischlosen Aquarium herumkrebsten.

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Der vermeintliche Wasserfloh...

20. Juni 2006, 23:34

Der vermeintliche Wasserfloh…

... erwies sich tatsächlich als Muschelkrebs. Eine Aquarianerin ließ mir die Tiere zukommen in der Meinung, es handle sich um Wasserflöhe. Tatsächlich handelt es sich um Muschelkrebse, die sich da mit Garnelen und Zwergbärblingen im stark bepflanzten Aquarium sehr gut vermehrten. Muschelkrebse sind Krebstiere und in der Klasse der Crustaceen eingeordnet (Unterklasse: Ostracoda).

Die Art (Bestimmungsversuch: Heterocypris incongruens, Schmutzig-gelber Wasserfloh) frisst Algenfäden und einzellige Algen und erweist sich im Aquarium als harmloser und ausgesprochen nützlicher Algenvertilger, wenn ihr die vergesellschafteten Fische nicht gefährlich werden können. Die Art wird bis 1,6 mm groß und kommt in der freien Natur in Kleingewässern häufig vor.

Muschelkrebs, vermutlich Heterocypris incongruens

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Naked microscopy oder: wie man Wasserflöhe kaka* zubereitet

18. Juni 2006, 21:47

Naked microscopy, oder: Wie man Wasserflöhe kaka* zubereitet

Teil IV
Das Hellfeldmikroskop erlaubt neben der Betrachtung des Objektes im ‘Durchlicht’ mit der integrierten Lichtquelle unter dem Objekt auch die Beobachtung mit Auflicht.

Entsprechende Ringlichter, kreisrunde Ringe mit vielen integrierten winzigen Kaltlichtkathoden, werden an das Objektiv geklemmt, die Lichtleistung kann man elektronisch regulieren. Eine feine Sache mit einem Haken: der Objektivrevoler bei meinem Mikroskop ist fünffach belegt und für das Ringlicht kein Platz mehr. Eine Anbringung an einer Stereolupe würde sich anbieten – auch die steht mir nicht zur Verfügung. Was tun?

Man nimmt eine Taschenlampe und leuchtet seitlich zwischen den Objektiven auf das Präparat.
Unkonventionell, fehlerbehaftet, aber mit ein wenig Experimentieren und vielen Bildern funktioniert auch das. Ganz nach meinem Geschmack – mit wenig Aufwand den bestmöglichen Effekt erzielen. Der englische Starkoch Jamie Oliver nennt das schnelle Kochen mit wenigen Zutaten ‘Naked’, im Sinne von ursprünglich – der Mann steht natürlich nicht nackt am Herd (‘Naked chef’), und ich verbringe meine Zeit auch nicht nackt vor dem Mikroskop.

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Wasserfloh unter dem Mikroskop

12. Juni 2006, 03:18

Teil III

Bei der Betrachtung unter dem Mikroskop zeigen sich feinste Details – die netzartige Musterung auf dem Panzer, die Verzweigungen der Antennen, die Stak-Kralle wird erkennbar, mit der sich die Föhe am Substrat festhalten und fortbewegen können.

Gut erkennbar die roten Komplexaugen der Jungkrebse (bzw. Krebslarven) im Mutterleib.
Gut erkennbar die roten Komplexaugen der Jungkrebse (bzw. Krebslarven) im Mutterleib.
Ein ähnliches Bild vergrößern (1.024×1.008 px, 235 KB) Link

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Mehr Kamerabilder vom Wasserfloh

12. Juni 2006, 01:00

Teil II

Eine größere Auswahl von Wasserfloh-Bildern als Ergebnis einer mehrstündigen Fotosession. Verwendet wurde dazu eine Canon Powershot A620. Fotografiert wurde im Makromodus, mit und ohne Blitz – die meisten Bilder sind mit der ‘Kochtopf-Methode’ entstanden. Insgesamt habe ich für die Bilder in diesem Blog etwa 12 Stunden fotografiert und mikroskopiert, dann noch einige Stunden für die Bildbearbeitung und für die Erstellung der Html-Seite bzw. der Datenbankeinträge aufgewendet. Ziemlich viel Zeit für wenig greifbare Ergebnisse. Man kann seine Zeit auch sinnloser verschwenden ;-)

Jedenfalls tat ich mir bei der Auswahl der Bilder für den ersten Teil des Beitrages sehr schwer, weshalb in diesem zweiten Teil eine größere Anzahl zur Verfügung steht. Ich hoffe, sie gefallen Euch.

Hier gehts zu den Bildern:
http://www.aquarium-kosmos.de/daphnien_bilder.html

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Der gemeine Wasserfloh Daphnia pulex pulex

6. Juni 2006, 02:07

Kleiner Floh ganz groß – Daphnia sp., der Wasserfloh

Teil I: Einleitung

Wasserflöhe gehören zur Klasse der Krebstiere. Im systematischen System sind sie im
Stamm der Arthropoda (Gliederfüßer), der Klasse der Crustacea, der Unterklasse Phyllopoda (Blattfußkrebse), der Unterordnung Cladocera (Wasserflöhe) und dort in der Familie der Daphniidae integriert.
Die Fortbewegung erfolgt durch ein gegliedertes Antennenpaar in ruckartiger Form – sie springen scheints wie Flöhe durchs Wasser, daher auch der deutsche Populärname. Das andere Antennenpaar dient als Tastorgan. Der Schnabel wird Rostrum genannt, eine Schale umgibt den Körper samt Beinen bei den meisten Arten – ein Schalenspalt an der Bauchseite verläuft bis zum Schwanzstachel. Wasserflöhe häuten sich beim Wachstumsvorgang wie alle Krebse regelmäßig – die Kutikula wird gesprengt und abgestreift.

Die Lebenserwartung beträgt 50 – 85 Tage, bis zur Geschlechtsreife häuten sich die Krebse fünfmal – das kann bei 20 °C täglich der Fall sein. Wasserflöhe besitzen zwei Augen (Komplexaugen), die zu einer Kugel vereinigt sind. Zusätzlich ist ein Naupliusauge vorhanden, mit dem sich die Wasserflöhe nach dem Licht orientieren können.

Wasserfloh Daphnia pulex pulex

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