Gastbeitrag: Wasserschläuche

2. Juli 2010, 11:48

Gastbeitrag: Der Wasserschlauch
von Bastian Wiesemeyer

Eine der beliebtesten Aquariumpflanzen ist der Indische Wasserfreund, der sich besonders für Anfänger eignet. Gerade zu Beginn seiner Aquaristikkarriere sollte man auf pflegeleichte Pflanzen zurückgreifen. Schließlich hat man da schon genug damit zu tun hat, seinen Fischbestand am Leben zu erhalten.

Nichtsdestotrotz erfreuen sich auch Pflanzen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad bei erfahrenen Aquariumbesitzern großer Beliebtheit. Die wohl ungewöhnlichsten unter diesen Pflanzen dürften die Utricularia sein: Die Wasserschläuche. Die „wilden“ Pflanzen dieser Gattung lassen sich weltweit finden, vor allem in Südamerika oder Australien.

Die bei uns verbreiteten Wasserschlaucharten (es gibt über 200) sind in der Natur stark gefährdet und teilweise vom Aussterben bedroht. Das liegt unter anderem an den Gewässern selber, denen durch die Landwirtschaft in hohem Maße Nährstoffe zugeführt werden; diese vertragen die Pflanzen allerdings nicht.
In der künstlichen Umgebung Aquarium ist das die größte Hürde. Um die Pflanzen zu erhalten, darf das Wasser nicht zu viele Nährstoffe enthalten (Stichwort Eutrophierung). Die Wasserschläuche sind nämlich Fleischfresser, die auf ungewöhnliche Weise ihre Beute fangen: mittels kleiner Fangblasen. Diese geben der Pflanze ihren Namen, denn sie sehen wie alte Trinkschläuche aus.

In diesen Fangblasen werden Wasserflöhe, Schnecken, Fadenwürmer und ähnliche Kleinstlebewesen durch das Saugfallenprinzip gefangen. Die Wasserschläuche sind übrigens die einzigen fleischfressenden Pflanzen, welche diesen Mechanismus benutzen. Die Pflanze baut einen Unterdruck auf (dies würde oberirdisch gar nicht funktionieren) und gleicht dann schlagartig den Druck wieder aus. Dadurch werden neben dem Wasser die Futtertiere in die Blase gezogen und verdaut. Ist das Wasser zu nährstoffreich ist, bilden sich diese Fangblasen nicht.

Die Wasserschläuche eignen sich durch ihre rasenartig aussehenden Büschel sehr gut als Vordergrundpflanze. Sie besitzen keine Wurzeln im eigentlichen Sinn, sondern Rhizoide, wie beispielsweise auch Moose. Rhizoide dienen lediglich der Verankerung der Pflanze und nicht der Nahrungsaufnahme. Damit die Wasserschläuche nicht durchs Aquarium treiben, empfiehlt sich das Anpflanzen auf Lavagestein, welches einen guten Untergrund für die kleinen „Quasi-Wurzeln“ bietet. So verhindern Sie den Auftrieb, welchen die Pflanzen durch ihre Fangblasen entwickeln.

Auch wenn die Wasserschläuche als fleischfressend kategorisiert sind, so müssen Sie sich um Ihren Fischbestand keine Sorgen machen. Wie weiter oben erwähnt, ernähren Sie sich vorwiegend von Kleintieren. Es besteht aber die Möglichkeit, dass die Pflanze in seltenen Fällen Fischlarven oder eine Kaulquappe mit ihrer Blase fängt. Bei der Verdauung stirbt diese allerdings ab, weswegen solche Fälle wohl statistisch vernachlässigbar sind.

Achten Sie darauf, dass die Wassertemperatur zwischen 16 °C und 28 °C liegt. Die Gesamthärte kann zwischen 4 °dGH und 20 °dGH und der PH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 liegen. Diesen Wert sollten Sie ja in jedem Wasserbecken haben, da sich sonst unangenehme Algen bilden. Wenn man diese Voraussetzungen im Aquarium erfüllt, wird man den Wasserschläuchen viel Freude haben.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von
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Kommentar

  1. Sehr schöner Beitrag!

    Danke dafür!

    http://aquarium-fuer-fische-kaufen.de/


    Marv    16. Oktober 2016, 15:38    #
  2. Herzlichen Dank für diesen Beitrag ; werde heuer (2017) welche suchen , und versuchen sie im Aquarium einzubürgern . Schöne Grüße


    Erich    15. Februar 2017, 21:00    #