Aquarium 2

12. November 2006, 22:02

Ein ganzes Rudel Corydoras habrosus ist im Aquarium eingezogen. Dazu noch einige Rennschnecken. Bezüglich des Pflanzenwachstums gilt annähernd dasselbe wie in Aquarium 1, nur die Zwergschwertpflanze beginnt ihre Ableger in alle Winkel zu strecken, aber diese Pflanze ist ohnedies kaum totzuschlagen, wenn die Beleuchtungsverhältnisse einigermaßen stimmen.

Das wirklich mit einfachsten Mitteln eingerichtete Aquarium hat sich erstaunlich entwickelt – dominiert von einer langgegabelten Wurzel gibt es nur einen dominanten Punkt im Aquarium: einen ringförmig aufgeschütteten Haufen schwarzer Kiesel, in deren Mitte eine Wasserpflanze mit Tontöpfchen gesetzt wurde. Wenn man sich inspiriert fühlt, könnte man dieses Arrangement für ein grünes Feuer halten – die schwarzen Kiesel stellen Asche, die grüne Pflanze die lodernde Flamme dar. Wenn man es nüchterner betrachtet bleiben dem optischen Effekt immerhin noch ein interessantes Farbenspiel aus schwarz, grün, silbergrau (Bodengrund) und braun (Eichenlaub).

Aquarium 2
Aquarium 2: Vorderseite

Rückseite
Rückseite

Zwei mit Javamoos bewachsene Bambusstäbe (Fa. Dennerle) sorgen für senkrechte Strukturen. Ich fand diese Idee reizvoll, sie erinnerten mich an die Straßenlaternen in der Innsbrucker Kranebitter Allee, die dort mit Efeu vollständig umwachsen sind.

Detail aus dem Aquarium
Detail: Eichenlaub und schwarze Kiesel, davor Hemianthus callichthroides sp. ‘cuba’

Brasilianischer Wassernabel
Detail: links Rotala rotundifolia, rechts im Bild Wassernabel Hydrocotyle leucocephala

Stirnseite des Aquariums
Mayaca fluviatilis im Bund gepflanzt als lodernde Flamme inmitten schwarzer Kiesel. Links und rechts Ophiphogon japonica.
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Fluchtpunkte im Aquarium
Aquarium 2, von der Stirnseite aus fotografiert. Ich habe mir überlegt, warum diese Perspektive so reizvoll aussieht – vielleicht ist es die Geometrie, die sich durch das Bild zieht. Die markantesten Linien wurden farblich markiert, es entstehen jede Menge Dreiecke und Rechtecke und alles sieht sehr gleichmäßig und logisch aus. Wenn man diese Struktur planen möchte, wird man alt und grau dabei, aber bestimmt nicht weise. Man erinnert sich an die Versuche, schöne Gesichter zu erklären, bei denen auch viel von Dreiecken die Rede ist – Augenabstand und Mund, Stirn und Wangenknochen etc.. In der Aquaristik ist der Goldene Schnitt als Gestaltungselement seit Jahren bekannt.

Möglich wurde diese Perspektive durch den quadratischen Bau des Aquariums – 26 cm Breite, 26 cm Höhe. Diese Seite ist jedoch eine der drei Hauptbetrachtungsseiten des ohnedies merkwürdigen Aquariums (ein Überbauaquarium zu einem 700 Liter Becken als Raumteiler). In einem Aquarium mit Standarddimensionen wird kaum jemand auf die Idee kommen, den einsehbaren Seitenteil (die andere Seite enthält den Mattenfilter) entsprechend zu planen, geschweige denn zu fotografieren.
Der Reiz dieses Bildes liegt ursächlich in den Spiegelungen der Einrichtung an den Längsscheiben, seiner Länge (Baulänge: 100 cm), die – von den Fluchten links und rechts markiert – zu einem – spannenderweise – von einer Wasserpflanze verdeckten Hauptfluchtpunkt unendlich weit weg führt. Dabei sind in den Spiegelungen in der Aquariumscheibe links und rechts der ‘sichtverstellenden’ Mayaca fluviatilis Details zu erkennen, die sich hinter der zentralen Barriere befinden und eigentlich nicht einsehbar wären, wenn die Spiegelungen diese Details nicht sichtbar machen würden.

Jedenfalls habe ich eine derartige Aufnahme noch nicht gesehen und freue mich, dass sie so nebenbei zufällig entstanden und gelungen ist.
Wer möchte, kann sich das Bild herunterladen und als Wallpaper für seinen Desktop verwenden.

Aquariumbild für den Desktop
Beispiel, wie man seine Bildschirmoberfläche mit eigenen Bildern ändern kann.

Arrangement im Aquarium
Detail: senkrechte Strukturen mit Pflanzen gestalten. Die schwarzen Kiesel mit grünen Pflanzenflammen lassen gleich Lagerfeuerstimmung aufkommen ;-)
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Sporenkapsel vom Javamoos

Sporenkapsel vom Javamoos Vesicularia dubyana
Javamoos mit Sporenkapseln

Nach dem Wasserwechsel
Nach dem Wasserwechsel: die Aquariumpflanzen assimilieren und blubbern, dass es eine Freude ist (im Bild: Rotala rotundifolia).




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