Das Aquarium von A bis Z in 26 Begriffen

26. Oktober 2006, 15:46

... oder: DAS NEUROTISCHE AQUARIUM

Vorwort des Autors:
Bitte schließen Sie die Augen und glauben Sie weiterhin an das Gute im Menschen, während Sie diesen Text lesen. Die Sätze werden zur Nachahmung oder öffentlichen Lesung nicht empfohlen, das Lesen und Speichern von Sätzen, Satzteilen, Wortzwischenräumen und Zwischen-den-Zeilen-Nichtgeschriebenem erfolgt auf eigene Gefahr. Am besten liest sich der Text beim Sprung von einer Klippe – in der rechten Hand ein Nanoaquarium, in der linken Hand diesen Index. Lassen Sie sich bis zum Aufschlag nicht in Ihrem Fortschrittsglauben beirren und beharren weiterhin darauf, woran Sie eben so glauben: Ich bin unschuldig. Ich habe den Text beim Sprung von einer Klippe verfasst und bin daher nicht mehr ganz komplett.

Jürgen Haberstroh

P.S.: Es wird noch ein paar Sprünge benötigen, bis das Alfabet komplett ist.

A wie… Anfängeraquarium
Mit Argusaugen achtet der Anfänger allemal auf alles, was er als normal erachtet. Da die aquatische Normalität im Aquarium meistens nicht dem Lebensstil des Landtieres Mensch zusammenpasst, wird das Aquarium samt Fischen kurzerhand entsprechend adaptiert: der Filterschwamm muss sauber sein wie ein Taschentüchlein, das Aquarium überhaupt glänzen und strahlen wie ein Christbaum am Heiligen Abend. Der Aquarianer betrachtet in göttlicher Zuversicht seine Schöpfung und klaut sich beim nächtlichen Klogang als Wegzehrung ein likörgefülltes Platyweibchen vom Plastikpflänzchen.

B wie… Bleiaquarium
Mit dem Einsetzen von Stängelpflanzen, die von den Wasserpflanzengärtnereien oft mit Bleibändern als Gewicht beschwert wurden, werden oft auch diese Gewichte eingebracht. Manches Aquarium ähnelt dann eher einer Bleimine als einem unberührten Landschaftsteil. In Wildwest-Manier eingesetzte Pflanzen werden an den Stängeln abfaulen und das Aquarium langsam vergiften. Was bleibt, ist bleihältiges Wasser und ein Cowboyaquarianer, der sich nicht weiter um das Stück Schwermetall in der linken Herzkammer seines Gegners kümmert.

C wie… Cäsarianer
Hätte Julius Cäsar ein Aquarium sein eigen nennen können, hätte er Guppys gezüchtet. Zumindest als Kind wäre das der Fall gewesen, als Anfängercäsar und Anfängeraquarianer. Legionen von Guppys wären in seinen Aquarium in Formation geschwommen. Später wären Schwertträger dazugekommen, Messerfische und Panzerwelse.

D wie… Düsentriebaquarium
Der Heimwerker unter den Aquarianern macht alles selber: Sand wird aus der Sandkiste der Kinder im Tagebau gewonnen, geschmolzen und in der hauseigenen Glashütte entsteht Quartzglas. Das Silikon zum Verkleben der Glasscheiben wird den Brüsten der lieben Gattin leihweise entnommen und beim Abwracken des Aquariums der abgewrackten Gattin wieder übereignet. Die Abdeckung besteht aus kaltgepressten Hundehaaren, die bei der Ernte des Pudels anfallen. Das Hundehaaröl enthält alle lebensnotwendigen Bellstoffe, damit Fische und Pflanzen gut gedeihen. Beleuchtet wird das Aquarium mit verkehrt aufgehängten Kerzen, so tropft das Licht in der richtigen Spektralzusammensetzung direkt auf die Pflanzenblätter. Zum Wasserwechseln setzt er seinen Hut auf, geht hinaus in den Regen und verneigt sich nässend vor seinem Aquarium. Einen Anfänger erkennt man daran, dass der Hut dabei (noch!) beim Wasserwechsel mit dem Wechselwasser auf die Wasseroberfläche klatscht. Der Trunk eines Bieres im Haus eines Düsentriebs gestaltet sich schwierig, da eine Schlauchleitung ausperlendes CO2 direkt ins Aquarium leitet. Sei vorsichtig, wenn du einen Aquarianer mit Hut siehst – und wandle abseits der ausgetrampelten Aquarianerpfade mit Wollhaube durch die Niederschläge – manche Fische kommen, so hört man, sofort in Leichstimmung, wenn man die nasse Haube über dem Aquarium auswringt und so atmosphärische Stäube als Mineralien und Micronährstoffe mit dem wöchentlichen Wollhaubenteilwasserwechsel ins Milieu einbringt.

E wie… Eichhörnchenaquarianertum
Das Eichhörnchen unter den Aquarianern sammelt in jedem zierfischführenden Fachhandelsgeschäft reife Fische. Sie werden im Wohnzimmeraquarium versteckt und sollen als Vorrat für lange Winterabende dienen. Es ist lustig anzusehen, wenn die Eichel- und Bucheckernfische – vom klugen Eichhornaquarianer in ihrem Versteck vergessen – ausschlagen und keimen. So trägt das Aquarianerhörnchen zur Verbreitung von Fischarten bei, und das ist gut so.

F wie… Findelfisch
Wer kennt das nicht? Ein armer, einzelner, vergessener Aquariumfisch wird in einem Aquarium entdeckt. Da der Findelfisch laut Fachbuch der Schwärmerei zugetan, aber in der Verhaltensweise nun in Einzelhaft verstört ohne einen Artgenossen in einer Aquariumecke hockt, wird er freigekauft. Daheim entfaltet sich der Findelfisch, wächst und gedeiht und entpuppt sich als Raubfisch, der seine barmherzigen flossentragenden Brüder und Schwesternfische nach einem Fischgebet auffrisst. Vorzugsweise Freitags – Freitag ist Fischtag. Der Findelfisch erhält den Namen Freitag, wächst über das Aquarium hinaus und frisst seinen Aquarianer mit Haut und Haar auf. Die erfahrene Aquarianerehefrau trägts mit Fassung, schleppt Freitag aufs Klo und öffnet mit der Geflügelschere und geübtem Schnitte Freitags Leibeshöhle. "Otto, komm raus!". Otto der Aquarianer kommt aus der Speiseröhre des Findelfisches gekrochen, in der er sich nach Bergsteigerart gerade noch vor den blubbernden Magensäften und hungrigen Darmflagellaten sternförmig mit Händen und Beinen abspreitzen und festklammern konnte. Danke, Schatzi, flüstert der Rotkäppchenaquarianer beim tropfenden Gang zur Nasszelle. Nähe Freitag wieder zu, stopfe ihn zurück ins Aquarium und trage im Kalender ein: Freitag: Fisch gefüttert. Wieder einmal knapp überlebt. Sehe erwartungsvoll der Zukunft entgegen. Das Leben ist schön. Was täte ich ohne meine Frau…"

G wie… Geh-Punkt-Aquarium
Der Geh-Punkt ist bei jedem Aquarium nur schwer erreichbar. Langhaarig steht das Prachtaquarium mit wehender Wasserpestmähne in der Gegend rum und nippt per Luftschlauch verführerisch an der Raumluft. Die Zeitschaltuhr beendet pünktlich den Tropentag, und die Pflanzen falten kuschelig ihre Blättchen. Der Aquarianer verharrt vor dem abgedunkelten Aquarium und beobachtet gebannt die Schatten der schrägschwimmenden Buntbarsche, die das Aquarium geisterhaft wie ein Testbild erscheinen lassen. Der Geh-Punkt ist gefunden, wenn das langfädige Haarkleid des Altaquarianers wie Grünalgen wallt und die Saugnapfaugen – spröde und ausgewaschen – das Gesicht nicht mehr an Frontscheibe haften lassen, das Aquarianerhaupt mit zufriedenem Lächeln unter die Couch kullert.

H wie… Holidayaquarium
Das Aquarium als Freizeitbeschäftigung muss mit einer Ernsthaftigkeit und Verbissenheit gepflegt und gewartet werden, dass nur noch seine Heiligkeit, das aquarianereigene KFZ, dessen Pflegeaufwand übertrifft. Aquariumstaubsauger und Filterpolitur kommen wöchentlich zum Einsatz, an der Magrovenwurzel baumelt der Duftbaum und ein Wasseraufbereiter verbreitet nach Raumsprayart Wohlfühlklima in der Fahrgastzelle von Guppy und Panzerwels. Die neuen Alufelgen am fahrbaren Unterschranke werden poliert, und wenn der Winter kommt die Aquariumfische mit wutzikleinen weihnachtsmannroten Schaffellmützchen ausgestattet.

I wie…

J wie… Jubiläumsaquarium
Nach 25 Jahren Zusammenleben mit dem anvertrauten Aquarium feiert man Silberhochzeit. Das Jahr der Anschaffung des Beckens wird an einer unauffälligen Stelle an der Rückscheibe nachgraviert. Der verliebte Aquarianer tritt mit einem Bündel Wasserpflanzen an den Wasserspiegel und flüstert rollig wie ein Kater: Spieglein, Spieglein, Aquariumsand – wer hat die schönsten Fisch im Land? Und das Aquarium antwortet: du, mein liebster Held, hast die schönsten und meisten Fisch für wenig Geld!

Weitere 25 Jahre später wird Goldene Hochzeit gefeiert. Das Aquarium ist schon etwas zerkratzt und blind, und die Ohren des Aquarianers an den transparenten Klebestellen am Kopf von Algen unterwandert. Der Rücken ist verkrümmt vom jahrzehntelangen Wasserschleppen, die Unterarme vernarbt von unzähligen Fischbissen, und man zählt dreimal fünf durchgestrichene Kerben auf der Brust – jede Kerbe ein verflossenes Aquarium. Doch das erste Aquarium blieb.
Milde lächelnd beugt sich der Weise zum Wasserspiegel, der den tropenlichtähnlichen Heiligenschein ins Wohnzimmer reflektiert, und flüstert: Spieglein, Spieglein, Wasserstand – wer ist der Schöpfer, der dich erfand? Und das Aquarium antwortet lieblich: Ach, du alter Sack! Du, mein kahmhäutiger Michelangelo! Nimm jetzt die Hand aus meiner Fischfutterdose. Und wenn du nicht gleich meinen Außenfilter reinigst, bekomm ich einen Sprung!

K wie… Kunst- und Krempelaquarium
Wertvolle antike griechische Plastiksäulen und römische Torbögen täuschen eine versunkene Welt vor. Dazu passen entsprechend heimelig bedruckte Rückwandfolien. Bald sind auch die Fische in diesem Aquarium ausgestorben, weil sich entsprechende Weichmacher aus den Kunststoffen lösen, und Kleinatlantis im Wohnzimmer verschwindet – veralgt und verwaschen - auf dem Speicher am Dachboden.

L wie… Libidochromis; der Libidochromis ego ist ein sehr spezieller Fisch – als Futterspezialist weidet er die Habenseite des Kontos ab und kotet auf der ballaststoffreichen Sollseite. Der anfallende Mulm wird monatlich durch die Gehaltszahlung ausgeglichen. Sonderzahlungen beantwortet er mit artgerecht strahlenden Farben und herrlichem Balzverhalten und erfreut so den neurotischen Aquarianer.
Selbst in Dürreperioden bei Notstandshilfefutter und dramatisch verschlechterten Kontoauszügen stehen seine Aktien gut – sein Pfleger wandelt eher in Sack und Asche, als seine kostbaren Libidos bei der nächsten Fischbörse abzugeben oder sich gar vom Aquarium zu trennen.
Das nenne ich wahre Aquariumliebe – in guten wie in schlechten Zeiten!

M wie…

N wie… neurotisches Aquarium
Ein neurotisches Aquarium ist eher ein wenig veralgt. Man bemüht sich, dem schwierigen Wesen artgerecht zu werden und es aufzuheitern, und schenkt ihm monatlich ein Algenfresserlein. Verlegen zieht der Aquariumpsychiater abends nach der Arbeit einen prächtigen Strauss Ludwigien hinter dem Rücken hervor und bittet um Vergebung: Entschuldige, dass ich unseren Jubiläumswasserwechsel vergessen habe!
Blaualgig nimmt das Aquarium das Grünzeug entgegen und spuckt ein paar Schnecken darauf. Man liebt sich routiniert mit einigen Handgriffen und schläft danach aneinandergekuschelt im Unterschrank ein, während oben im Aquarium ein Rudel Sumatrabarben – flink wie Friseure – den neuen Skalar fertigmacht.

O wie… Osteraquarium
Das Osteraquarium hat eine gebogene Frontscheibe und wird vom Aquariumhasen zwischen Vallisnerien und Javafarnen versteckt. Der Aquariumhase selber gilt als Symbol der Fruchtbarkeit – man sucht die Osteraquarien in verschiedenen Auslagen von Geschäften und stellt sie zuhause ins Regal. Weil man Aquarien nicht essen kann, vermehren sie sich ungebremst und tragen mit ihrem Energiebedarf ein Scherflein zum Bau neuer Atomkraftwerke bei. Der langjährig geringfügig beschäftigte Aquariumhase arbeitet in der Zeit um Ostern im Akkord. Seine Naturaquarien orientieren sich am Vorbild der Natur: das Hühnerei gilt nach wie vor als Urform des Aquariums. Die Frage, was zuerst da war: Aquarium oder Aquarianer? ist auch nach unzähligen hitzigen Diskussionen im Aquariumverein noch immer ungeklärt.

P wie… Prosit Neuaquarium!
Beim ersten Wasserwechsel mit Schlauch und Kübel nimmt man einen kräftigen Schluck Wechselwasser und stößt mit den Fischen auf ein Gutes Aquariumjahr an. CO2-gedüngte Wässer prickeln vielversprechend im Mund, und der verschluckte Panzerwels erzeugt am Gaumen mit seinen abgespreitzten Flossen beim Abgang einen dauerhaften Nachschmerz. Kenner erraten beim Rollen des Schlucks den Standort des Aquariums: blaualgiger Körper, fensternah platziert, oder im Vorraum aufgestellte Aquarien schmecken ledrig oder picopello zitronenfisch nach dem Deodorant, das die Aquarianerwühlmaus beim Bodengrundplanieren von seiner tropfenden Achsel am Beckenrand abstreift. Das verwendete Fischfutter zu erraten ist für geübte Verkoster kein Problem. Bei Aquarien, die unterm Fenster aufgestellt sind, schmeckt der Kenner noch nach Tagen die Vogelart heraus, deren Schatten beim Vorbeiflug ins Aquarium fiel.

und P wie… Protestaquarium
Das Protestaquarium wird speziell für Demonstrationen eingerichtet und – auf einer Stange hochgehalten (manchmal anstelle des Kopfes) – schaugetragen.
Der Aquarianer protestiert damit in gutgemeinter Absicht stellvertretend gegen alle verwöhnten Fische beim Vereinsabend oder im Internet gegen die Unsitte, es Dritte-Welt-Fischen im Aquarium so gemütlich und behaglich wie möglich zu machen. “Die Wahrheit”, ruft er Vereinsfreunden zu, die es nicht hören wollen, “ist, dass nur hässliche Aquarien schön sind und man den Fischen wahre Werte bieten muss!”
Und: “P.S.: Die Glasindustrie verschwendet viel zu viel Glas an Autoscheiben!”

Der Protestaquarianer reibt ein Gucklock in die veralgte Frontscheibe seines Protestaquariums und zwingt Vereinsfreunde, die es nicht sehen wollen, einen Blick auf das Innenleben zu werfen. Es ist lustig anzusehen, wenn man die Fische im Protestaquarium – mit kämpferisch erhobener Flosse, “Fisches Nachtgesang” auf den Lippen – ihre Anubiablattransparente schwingen und gegen den eigenen Protestaquarianer protestieren sieht.
Ich übersetze:

Wir fordern, dass…

Es ist gleichgültig, wogegen man protestiert – Hauptsache, man tut es.

Q wie… Qualaquarium
Es ist ein Vergnügen, Fische in Gefangenschaft zu pflegen und ausbruchssicher einzusperren.
Die Kunst besteht darin, ihr Lebensende so lange wie möglich hinauszuzögern und sie so zu pflegen, dass man sie möglichst selten zum Weinen bringt, weil das Aquarium sonst durch die Tränen früher oder später überlaufen würde.
Freudig erregt betritt der Kerkermeister-Aquarianer oder der angehende Anfängerkerkermeister die Zoohandlung, wählt mit dem Heizstabzepter die angetretenen Zierfische aus und spricht: “Du, du und du – ihr drei bekommt lebenslänglich in meinem Wohnzimmeraquarium.”
“Du und Du – ihr sollt euch vermehren und eure Nachzucht bei der nächsten Fischbörse an den Meistbietenden verhökert werden.”
Und:
“Ja, wer bist denn du, kleines Goldfischlein, Versteckerchen hinter der blubbernden Schatzkiste?”
“Was is? Meint der mich?”, fragt sich der angesprochene Goldfisch und zeigt mit der Flosse ins Nachbarbecken? “Das muss eine Verwechslung sein, ich bin hier nur als Vertretung für Heinz, den Koikarpfen!”
“Ja, du mit der verkrümmten Wirbelsäule und der zerfransten Schwanzflosse – Du wirst – ich sags dir: Raubfischfutter!”
“Du schaffst es, du schaffst es!”, rufen die Glaswelse und feuern den Flüchtling begeistert an.
“Doch nicht. Aber der war gut. Erinnert ihr euch noch an Heinzens Bruder? Seinen Sprung aus dem Becken?” Man erinnert sich murmelnd, nickt anerkennend und macht sich unsichtbar, als der jagende Blick des Aquarianers durch das Glaswelsbecken huscht und bei den tomatenroten Platies hängenbleibt.
“Hähä, dumm gelaufen, Platie!”
Die Platies, die so rot sind, weil sie sich ständig für alle anderen Fische schämen müssen, erbleichen.
Nach kurzer Fuchsjagd ergeben sich die ausgewählten Aquariumfische dem Fischnetz, werden eingetütet und zuhause von der zuständigen Aquarianerbestie in die entsprechende Aquariumzelle gesetzt. Ein Aquarium macht Freude, das ist wahr!

R wie… Reiseaquarium
Der wahre AquarianerIn führt auf jeder Reise ein Kleinaquarium mit. Das Kofferaquarium zum Beispiel passt in jeden Kleinwagen, und der Wasserwechsel lässt sich durch eine gefinkelte Leitung von der Scheibenwaschanlage zum Aquarium bewerkstelligen. Bei Reisen im Flugzeug in die USA dürfen neuerdings nur noch Nanoaquarien mitgeführt werden. Wenn das so weitergeht, könnte man sich als Frau zwei Nanoaquarien in die Brüste implantieren lassen, dann hat auch der Göttergatte, der mit Aquarien eigentlich nichts am Hut hat, seine Freude daran. Allerdings beschränkt die Schwerkraft die Aquariumgröße beträchtlich – mehr als 100 Liter pro Brust dürften technisch wohl kaum machbar sein. Scalare jedenfalls dürfen in derartigen Kleinbrustaquarien nicht gepflegt werden – die Brusthöhe steht in keinem Verhältnis zur Endgröße dieses hochflossigen Cichliden, der eine mindestens 50 cm durchhängende Brust benötigen würde.

S wie… Super!Aquarium
Die Treibstoffpreise steigen und steigen, nur in der Aquaristik fährt man seit hundert Jahren mit Wasser.

und S wie… Spaßaquarium
Ein Aquarium muss Spaß machen und es ist erlaubt, was den Fischen nicht schadet und dem Gemüt des Aquarianers bekömmlich zugetan ist. Punkt. Erlaubt ist, was gefällt, und die eigene Meinung darüber zählt vor allen übrigen Kommentaren. Man überlegt hin und her, warum man mit seinem Aquarium so freundschaftlich verbunden ist wie sonst nur mit seiner Ehefrau, und gelangt zu folgenden Schlüssen:
Du bist mein Aquarium, weil… du schön bist und jung wie eine Geliebte
Du bist mein Aquarium, weil… du – regelgeheizt - auch nicht kochen kannst
Du bist mein Aquarium, weil… du von einem Kakadu-Zwergbuntbarsch bewohnt wirst.

T wie… Tapetenkompatibles Aquarium
Fische müssen bei manchen nicht nur friedlich koexistieren, sondern auch farblich zu den Tapeten der Wohnung passen. Die Wahl der passenden Farbe von Bodengrund und Fischen ist dabei selbstverständlich Familiensache. Wenn man sich so die gängigen Farben der Fische ansieht: rot, gelb, blau, orange, silber, weiß, schwarz, dann muss man als Trendscoutaquarianer eigentlich erkennen, dass die Tapetenkultur der 70-er Jahre des vorigen Jahrhunderts wieder bedrohlich stark im Kommen ist bzw. die Zeit stillstand und wir – wen wunderts? – eigentlich in den Siebzigerjahren leben.

U wie… Unkenrufaquarium
Wenn man sein Aquarium längere Zeit vernachlässigt wie sonst nur seine Frau, dann beginnen die Unken zu rufen.
In dieser Situation fragt der Aquarianer im Aquariumverein um Rat. Man rät ihm, sich die Ohren mit Stöpseln zuzustopfen.

Der Aquarianer tut, wie ihm geheißen, und freut sich ab nun, dass seine Frau stumm ist wie sonst nur die Fische in seinem Aquarium. Doch von den Lippen liest er Frau und Fischen ab, dass es so nicht weitergehen kann. Er geht zum nächsten Vereinsabend und bittet einen uralten Aquariumeremiten, der dort schon seit Jahrzehnten neben einem ausgedörrten Aquarium hockt, um Rat. “Verbinde deine Augen mit Tüchern!”

Der Aquarianer tut, wie ihm geheißen, und fährt mit dem Taxi nach Hause. Dort wartet die Schwiegermutter bereits auf den Sohn und stellt ihn wütend zur Rede. Der taube Aquarianer befühlt mit verbundenen Augen die Schwiegermutter und stellt erfreut fest, dass seine vermeintliche Ehegattin an Oberweite dazugewonnen hat. Er beginnt, die Schwiegermutter routiniert auszuziehen, worauf diese kreischend die Flucht ergreift.

Der Aquarianer sucht wiederum seine Vereinsfreunde auf und klagt sein Leid. Doch mit verstoppelten Ohren hört man ihn nicht, und mit verbundenen Augen hält man ihn versehentlich für einen engagierten Go-Go-Tänzer, worauf unser Aquarianer fluchtartig und nesselnd das Vereinslokal verlässt, Buße tut und den Außenfilter bei seinem Wohnzimmeraquarium endlich reinigt.
Und die fragliche Moral von der Geschicht? Vernachlässige das Aquarium nicht, dann gibts auch kein schlechtes Gewissen und man schläft nicht irrtümlich mit seiner Schwiegermutter.

V wie… Vorhangaquarium
Das Aquarium muss zu den Vorhängen passen – mindestens! Perfektionieren kann man das als erfahrener Aquariumbesitzer, wenn man auch die Fische farblich abgestimmt auf die Geschmacklosigkeiten vor dem Fenster wählt. Der Vorgang, derartige Fische zu erwerben, findet als Fachbegriff des Vorhangfarbenfischkaufes Eingang in den Stichwortindex.

W wie…
X wie…
Y wie…
Z wie…





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