Schwarze Mückenlarve Culex pipiens
5. September 2006, 23:25
Einige ergänzende Bilder zum ersten Fotoblog über die Schwarzen Mückenlarven (Larven der Stechmücke Culex sp.) – einmal zur Abwechslung lebend in einem mit Regenwasser gefüllten Aquarium, statt gefrostet in einer handelsüblichen Blisterverpackung.
Schwarze Mückenlarven entwickeln sich in wenigen Tagen vom Ei zum fertigen Insekt. Die Mückenweibchen, z.B. die verbreitete Art Culex pipiens, legen ihre Eischiffchen, bestehend aus mehreren hundert Eiern, an nahezu jeder größeren oder kleineren Wasseransammlung ab, in der es in Form von Algen Nahrung für die Larven gibt.


Die Stechmückenlarven ‘hängen’ mit ihrem Atemrohr an der Wasseroberfläche. Bei Störungen verschwinden sie blitzschnell in richtung Gewässerboden. Ihr Sehvermögen
ist ausgezeichnet – es ist sehr schwer, eine Mückenlarve mit einer Pipette einzufangen. Die Fluchtdistanz beträgt etwa 10 cm, wenn man sich vorsichtig mit der
Kamera nähert.

Eine Mückenlarve hängt an der Wasseroberfläche. Links oben erkennbar die Afteröffnung, aus der ein grüner Kotfaden (verdaute Algen) austritt. Die Larven ernähren
sich von Schwebealgen, weiden jedoch auch den Bodengrund, Wurzeln, Steine oder Blätter von Algen ab.

Puppe der Schwarzen Mückenlarve, fotografiert im Hohlschliff-Objektträger mit blauem Himmel als Hintergrund. Auf diese interessante und unkonventionelle Methode
der Mikrofotografie komme ich in einem eigenen Beitrag noch einmal zurück – ich nenne sie Himmelsmikroskopie, der blaue Hintergrund eignet sich perfekt für aquatische Motive.

Puppe der Schwarzen Mückenlarve, diesmal in der im Hohlschliff-Objektträger gegen dunklen Hintergrund fotografiert. Man erkennt, dass das Atemrohr
am Hinterende in diesem Stadium nicht mehr vorhanden ist. Stattdessen befinden sich am Rücken zwei Atemrohre, mit der die plump wirkenden – dabei äußerst wendigen und flinken Larven – an der Wasseroberfläche Luft atmen können. Die späteren Flügel der Mücke sind bereits fast fertig angelegt und ausgebildet – bald wird die Mücke aus ihrer Puppenhülle
schlüpfen und das flugfähige Insekt als blutsaugende Gelse ‘auf Nahrungssuche fliegen’ :)
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In diesem Bild ist gut erkennbar, wovon sich die Mückenlarven ernähren – der Verdauungsstrang reicht vom Kopf bis zum After, der Darm ist durchgehend mit
grünen Algen gefüllt.
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Das Luftbläschen stammt aus dem Atemrohr der Mückenlarve. Der Druck des Deckplättchens lässt es entweichen. Es dauerte einige Zeit, bis ich die plötzlich im
Präparat vorhandenen Bläschen mit der Larve in Verbindung bringen konnte. Ich habe auch beobachtet, dass Bläschen wieder komplett aufgenommen wurden. Die Larven
halten einige Zeit in dem winzigen Wasserkörper zwischen Objektträger und Deckglas aus. Für eigene Versuche sollte man nicht zu große Larven verwenden, damit
nicht Teile des Insektes an den flachen Rändern des Hohlschliff-Objektträgers eingeklemmt oder gequetscht werden.
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Kommentar
Weiße Mückenlarve Chaoborus sp. Himmelsmikroskopie - sky microskopy
Sehr interessanter Bericht … aber gibts auch ein paar Tips wie man diese Viecher aus einem Aquarium rausbekommt ? ? Die legen so schnell neue Larven, da kommen die Fische nicht hinterher?
Danke & ciao
Toni
— Toni Burgarello 19. November 2007, 16:45 #
Halte ich für unwahrscheinlich, Toni, dass du dich als Blutspender für die Moskitos zur Verfügung stellst :-)
Am schnellsten bekommt man die Viecher übrigens mit Frostfutter ins Aquarium: einfach einen Würfel aus der Blisterverpackung rausdrücken.
Grüße,
Jürgen
— Jürgen Haberstroh 21. November 2007, 17:19 #
Interessanter Bericht!
— Mathias Kindt 12. Juni 2009, 16:04 #
IHhh es ist interessant aba sieht grad nicht toll aus .. aber tolle fotos gemacht =)
— Mariam und Nadine 9. September 2009, 11:58 #